Pankrazi-Kapelle

(auch:  Burgkirche zu Gossam)

Auf einer Hügelkuppe ragt ein achteckig gemauerter Turm empor, an dem sich das Gemäuer einer Kirchenruine anschließt. Die nordwestlich von Gossam im Felbringtal gelegene Kirchenruine wird bereits im 11. und 12. Jhdt. urkundlich erwähnt.

Nach den neuesten archäologischen Forschungen dürfte gesichert sein, dass das heutige „Burgkircherl“ ursprünglich eine Burgkapelle war, die mehrmals ausgebaut und erweitert wurde. Die Kapelle wird bis in das 19. Jahrhundert stets als die Pankratiuskapelle „zu Burg“ bezeichnet. Ein über dem ehemaligen Altar eingemauerter römischer Grabstein gibt zur Vermutung Anlass, dass sich auf dem Felshügel vielleicht früher ein Heiligtum oder ein Wachtposten befunden hatte. Dieser Grabstein befindet sich heute im Stift Melk. Die Burgkirche dürfte mit Fresken reich ausgestattet gewesen sein. Im Laufe der Jahrhunderte verfiel das Kirchlein immer mehr und wurde zur Ruine. Die noch erhalten gebliebenen Fresken wurden im Jahre 1961 fachmännisch abgenommen und in das Museum der Stadt Krems übertragen.

Im Zuge einer Geländebegehung wurde festgestellt, dass sich unter der Kirchenruine, mit Stauden überwachsen, die Mauerfluchten einer mittelalterlichen Burg befinden. In den Jahren 1988 bis 1994 wurde gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt, Abt. für Bodendenkmale, und dem Verein für Dorferneuerung, Kultur- und Wirtschaftsiniativen Gossam-Grimsing-Schallemmersdorf eine archäologische und bauhistorische Erkundigung durchgeführt. Die Klärung der Baugeschichte, der Stop des weiteren Verfalles und die Sicherung der freigelegten Mauern waren das vorrangige Ziel. Im Zuge der Arbeiten konnte die Ruine vor weiteren zerstörenden Witterungseinflüssen geschützt und der Öffentlichkeit gefahrlos zugängig gemacht werden. Das Ergebnis dieser Aktion wurde wissenschaftlich aufbereitet und publiziert.

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