Pfarrkirche

Abb. der Pfarrkirche St. Nikolaus von rechts, schräg unterhalb der Apsis nach oben.

Pfarrkirche St. Nikolaus zu Emmersdorf an der Donau

Die auf einem Felsen hoch über der Donau stehende, im ehemaligen Wehrkirchhof liegende, weithin sichtbare Pfarrkirche ist dem hl. Nikolaus geweiht. Über die Entstehung des Gotteshauses gibt es leider keine historischen Unterlagen. Es geht auf eine aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Saalkirche zurück. Nach der Erhebung zur selbständigen Pfarre im Jahre 1336 war das romanische Gotteshaus wahrscheinlich zu klein geworden. Vermutlich unter Einbeziehung von Teilen des romanischen Baues errichtete man in der Folge das hochgotische Langhaus. Von 1461 – 1513 wurde mit der Errichtung des Presbyteriums, der Sakristei und der Orgelempore der Kirchenbau abgeschlossen.

Am Kirchenbau außen sind deutlich die aus mehreren Bauperioden stammenden Teile erkennbar. Das niedrige, gotische Langhaus mit den tiefer angebauten Pultdächern der Seitenschiffe wird ostseitig von dem hohen und schlanken spätgotischen Chorbau mit steilem Satteldach begrenzt. Kräftige abgestufte, übergiebelte Strebepfeiler gliedern und bereichern die Fassaden, am Chor sind die oberen Abschnitte der Streben bugförmig abgekantet und von konsolenartigen Knäufen bekrönt. Ihre Fortsetzung finden sie in einem ungewöhnlichen Stabwerk, das die Wandabschnitte im oberen Teil gleichsam einrahmt. Der gotische Sakristeianbau enthält auffallend schmale Spitzblattfenster. Das schöne hochgotische Südportal mit spitzbogigem Gewände und Kopfkonsolen umschließt eine eisenbeschlagene Rokokotür mit kreuzweise gelegten Bändern und Rosetten. Rechts daneben befindet sich, stark verwittert, ein spätgotisches Steinrelief „Christus am Ölberg“ aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und vor der Tür eine verwitterte Grabplatte.

Der charakteristische vorgelagerte Westturm geht ähnlich anderen Wachauerkirchentürmen von einem romanischen quadratischen Unterbau in einen achtseitigen Aufsatz über; der im Jahre 1738 barockisiert und dabei mit Putzschnittornamenten sowie vier flankierenden steinernen Obelisken verziert worden ist. Eine hochgezogene abgesetzte Kesselhaube bekrönt ihn. Ein ehemaliges gotisches Portal an der Westseite ist abgemauert.

Rund um die Kirche war der alte Friedhof, der im Jahre 1807 aufgelassen wurde. Ein steinernes Weihwasserbecken an der Nordseite und eine spätgotische Lichtnische an der Südseite erinnern noch an ihn. An der Nordseite des Gotteshauses steht ein steinerner Sockel mit einer dreikantigen Sandsteinpyramide, beidseitig von 2 Engeln flankiert. Das Grabdenkmal ließ der Emmersdorfer Pfleger Leopold Zeilner für seine in den Jahren 1756, 1757 und 1759 verstorbenen Kinder setzen.

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